Schlaflabor – wann Sie hingehen sollten und was dort passiert
Wissenschaft & Forschung

 

Was passiert im Schlaflabor?

In einem Schlaflabor analysieren Wissenschaftler und Ärzte die Ursachen für Schlafstörungen oder auch Schnarchen. Ein Besuch in einer solchen Einrichtung ist daher besonders für Menschen empfehlenswert, deren Schlaf über einen längeren Zeitraum massiv beeinträchtigt ist und/oder die bereits gesundheitliche Probleme aufgrund von Schlafmangel bzw. einer schlechten Schlafqualität haben.
Was genau im Schlaflabor passiert und wie Sie erkennen, dass Sie dort unbedingt einen Termin vereinbaren sollten, verraten wir jetzt.

Untersuchung im Schlaflabor – ab wann macht sie Sinn?

Ein guter und gesunder Schlaf ist entscheidend für die Gesundheit. Das ist allgemein bekannt, ändert aber nichts an der Tatsache, dass jeder dritte Erwachsene Probleme beim Einschlafen und/oder Durchschlafen hat. Bei jedem zehnten Erwachsenem ist sogar von einer chronischen Schlafstörung die Rede*. Wenn sämtliche Hausmittel und bekannte Schlaftipps nicht mehr helfen, kann ein Besuch im Schlaflabor sinnvoll sein. Hier wird mittels wissenschaftlicher Methoden und Messungen nach den Ursachen und Gründen für die Schlafstörung geforscht. Und auch für chronische Schnarcher kann sich ein Termin lohnen.

Ablauf einer Untersuchung im Schlaflabor

In Deutschland gibt es mehr als 300 Schlaflabore. Eine Übersicht aller Standorte finden Sie hier. In den Einrichtungen selbst ist – je nach Größe – eine individuelle Anzahl speziell ausgestatteter Zimmer bzw. Schlafkabinen vorhanden, in die Sie während Ihres Aufenthaltes „einziehen“. Keine Sorge: diese Zimmer erinnern in der Regel nur sehr wenig an medizinische Einrichtungen. Damit Sie überhaupt (und möglichst unaufgeregt) einschlafen können, wird Wert auf ein wohnliches und gemütliches Ambiente gelegt.
In der Regel verläuft eine Untersuchung im Schlaflabor wie folgt:
Sie verbringen zwei bis vier Nächte im Schlaflabor. Bevor Sie sich ins Bett legen, werden Sie mit Elektroden und Sensoren an mehreren Körperstellen ausgestattet, die für die Datenaufzeichnung und Messungen verantwortlich sind. Bei Schnarchern wird zusätzlich mit ein Kehlkopf-Mikrofon angebracht.
Die Ärzte messen während des Schlafens verschiedene Parameter und Körper-Funktionen (z. B. Sauerstoffsättigung des Blutes, Hirnströme, Atemfluss, Bewegungen, Körperlage, Augenbewegungen und Herztätigkeit sowie Herzfrequenz). Alle Werte und Messungen fließen dann in das so genannte Polysomnogramm ein, das gut und gerne schon einmal 800 Seiten Datenaufzeichnungen enthalten kann.
Die Ärzte interpretieren Ihr Polysomnogramm und erlangen dadurch genaue Kenntnis über Ihre Schlafqualität, etwaige Störfaktoren und deren Ursachen.
Im Abschlussgespräch mit den Schlafmedizinern werden mögliche Behandlungen und Maßnahmen besprochen, die Sie bei der Verbesserung Ihrer Schlafqualität unterstützen.

Anspruch auf eine Untersuchung im Schlaflabor

Ihr Hausarzt oder andere Fachmediziner können Ihnen unter bestimmten Umständen eine Überweisung für den Aufenthalt im Schlaflabor ausstellen. Die Kriterien hierfür werden laufend überarbeitet, sind generell aber eindeutig von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin festgelegt.
Anspruch auf die Erstellung einer Polysomnografie auf Basis eines Aufenthalts im Labor haben Menschen mit folgenden Problemen/Auffälligkeiten:
Schwere Schlafstörungen, die die Leistungsfähigkeit und Stimmung massiv beeinträchtigen
So genannte Parasomnien wie massives Zähneknirschen oder Schlafwandeln, deren Ursache nicht gefunden wurde
Therapieresistente und/oder chronische Schlafstörungen, bei denen trotz Behandlung auch nach sechs Monaten keine Besserungen eintritt
Allgemeine Störungen des Schlafrhythmus, beispielsweise bedingt durch Schichtarbeit
Verdacht auf Epilepsie, das Restless-Legs-Syndrom oder andere, organisch bedingte Schlafstörungen wie z. B. ein Schlaf-Apnoe-Syndrom
Unser Tipp: Suchen Sie zur Abklärung Ihrer Diagnose und ggf. für die Überweisung einen Arzt auf, der sich gut im Bereich der Schlafmedizin auskennt und Ihre Symptome ernst nimmt.