Familienbett – Vor- und Nachteile der gemeinsamen Schlafstätte

Alle zusammen im Familienbett – ultimative Lösung oder Problem?

Das Familienbett steht seit einigen Jahren auf dem Prüfstand. Die einen lieben es, die anderen sind skeptisch. Auch die Frage nach dem „Ist das eigentlich gut für alle Beteiligten“ steht häufig im Raum.
Wir betrachten das Konzept objektiv und verraten, welche Vorteile das Familienbett hat – und welche Nachteile.

Was genau ist ein „Familienbett“?

Der Name ist im Prinzip selbst erklärend: im Familienbett schlafen alle (Mama, Papa, Kind/er) gemeinsam. Auch die Begriffe Co-Sleeping oder Bed-Sharing haben sich dafür etabliert. In unseren Gefilden gilt das Familienbett als recht neumodische Erscheinung, die noch vor einigen Jahren undenkbar war. In anderen Kulturen sieht es aber anders aus. Ob aufgrund kultureller Aspekte oder Raummangel: in anderen Ländern ist es völlig „normal“, dass Klein und Groß in einer gemeinsamen Schlafstätte nächtigen. Die Frage, die sich hier aber vielen Eltern stellt, ist die nach Sinn, Zweck und möglichen Konsequenzen. Welche Vor- und Nachteile das Konzept mit sich bringt, verraten wir jetzt.

Vorteile des Familienbetts

Gilt vor allem für Familien mit Kleinkindern oder Babys: wird der Nachwuchs nachts wach, sind Mama und Papa direkt zur Stelle. Kein lästiges Aufstehen und über den Flur taumeln. Flasche, Brust, Schnuller oder Kuscheltier können schnell gegeben werden. Auch Kuscheln kann dabei helfen, die Kleinen schnell wieder ins Land der Träume zu schicken.
Nähe – ohne wissenschaftliche Studien hinzuzuziehen, sollte klar sein, dass die Nähe zu den Eltern positiv von den Kindern wahrgenommen wird. Auch die Bindung der Eltern zum Kind wird gestärkt.
Studien behaupten, dass vor allem Babys, die bei ihren Eltern im Bett schlafen, seltener aufwachen und schneller wieder einschlafen

Nachteile des Familienbetts

Kinder schlafen generell unruhiger und bewegen sich viel mehr im Schlaf als Erwachsene. Haben Mama und Papa einen leichten Schlaf, können sie schnell aufwachen, wenn plötzlich ein kleiner Fuß den Weg ins Gesicht findet.
Bei Babys, die im Familienbett schlafen, erhöht sich durch verschiedene Faktoren (Überwärmung, Kissen, Bettdecke) das Risiko des plötzlichen Kindstods. Lesen Sie hier, wie hingegen die ideale Schlafumgebung für Babys aussieht.
In der Regel schlafen die Kids früher als die Eltern. Für die Zeit, bis die Eltern „dazustoßen“ sollte auf beiden Seiten ein „Heraus-Fall-Schutz“ angebracht werden.
Kinder im Bett können das Liebesleben der Eltern torpedieren (sofern diese ungern auf andere Räume ausweichen, um ihre gemeinsame Sexualität auszuleben)
Es gibt Studien, die zeigen, dass Kinder, die an das Familienbett gewöhnt sind, später Probleme haben, in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Körperkontakt und Nähe fehlen plötzlich, das Einschlafen fällt viel schwerer. Irgendwann (viele Pädagogen verständigen sich spätestens auf den Schulbeginn) sollte das „Abnabeln“ aber anfangen. Ab einem gewissen Alter könnten Freunde das Kind auch dafür auslachen, „immer noch“ bei Mama und Papa im Bett zu schlafen. Bei Babys gilt aber: die Kleinsten der Kleinen können noch gar nicht „verwöhnt“ werden.

Voraussetzungen für das Familienbett

Wer das Konzept Familienbett ausprobieren möchte, sollte einige Dinge beachten, die vor allem darauf abzielen, die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.
Babys unter 12 Monaten sollten immer im eigenen Bett schlafen. Das kann aber gerne im Elternschlafzimmer stehen. Einigen Forschern zufolge ist diese Lösung sogar die sicherste hinsichtlich der Prävention des plötzlichen Kindstods.
Schläft das Baby (ausnahmsweise oder bei Krankheit) doch mit im Ehebett, gilt Folgendes:
Kissen und Decken vom Baby fernhalten
Baby im eigenen Schlafsack schlafen lassen
Wenn die Eltern rauchen, starke Medikamente nehmen oder Alkohol getrunken haben, sollten die Kinder nicht mit im Ehebett schlafen.
Die Raumtemperatur im Schlafzimmer sollte zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegen. Sonst droht eine Überwärmung.
Das Bett sollte groß genug sein. Schlafen kleine Kinder mit im Bett, sollte die Breite mindestens 1,80 m betragen. Bei größeren Kindern empfiehlt sich eine Breite von 2 m. Das Bett sollte zudem über eine durchgängige Matratze verfügen.
Mama und Papa schlafen außen. Gehen nicht alle Familienmitglieder gleichzeitig ins Bett, ist an jeder Seite ein Rausfallschutz anzubringen. Das gilt vor allem natürlich für kleine Kinder.

Familienbett ja oder nein?

Die Frage muss jede Familie für sich selbst beantworten. Einige (Klein-)Kinder haben Phasen, in denen sie ganz besonders nähe- und liebebedürftig sind und viel besser an Mamas und Papas Seite schlafen. Genauso gibt es aber auch Kinder, die es vorziehen, im eigenen Bett zu nächtigen. Häufig trifft das Co-Sleeping mit dem Nachwuchs auch bei den Männern nicht auf sofortige Zustimmung. Zudem sollte geprüft werden, ob die verschiedenen Schläfer-Typen halbwegs zueinander passen und der Wecker zur gleichen Zeit klingelt. Grundsätzlich ist wichtig, dass die Nachtruhe durch das Bed-Sharing verbessert und nicht verschlechtert wird. Denn nur, wenn alle Familienmitglieder gut schlafen und morgens erholt aufwachen, steht einem harmonischen Alltag nichts im Wege,